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Überwachung der Trinkwasserversorgung auf Malta

2015 hat die Europäische Commission Änderungen an den Trinkwasserrichtlinien vorgenommen, diese haben das Ziel die Trinkwasserqualität in der Europäischen Union zu verbessern. Mit den Richtlinienänderungen wird den Mitgliedsstaaten mehr Flexibilität und Freiraum in der Trinkwasserüberwachung eingeräumt. Die Länder haben jetzt die Möglichkeit Messparameter zu bestimmen, welche hinsichtlich der örtlichen Gegebenheiten von Interesse sind. Außerdem ermöglicht die Änderung nun eine Überwachung auf Basis von Risikoeinschätzung.

Durch die Einführung der neuen Richtlinien besteht ein Bedarf für die Inanspruchnahme spezifischerer Messmöglichkeiten. Aus diesem Grund ergreifen die Mitgliedsstaaten Maßnahmen neue Überwachungssysteme für die Trinkwasserüberwachung zu implementieren, welche für die neuen Vorraussetzungen geeignet sind. Um die Systeme optimal an die lokalen Anforderungen der Länder anzupassen, bedarf es einer flexiblen und skalierbaren Überwachungslösung.

Im Rahmen der Richtlinienänderungen hat GO Systemelektronik ein umfangreiches Trinkwasserüberwachungssystem für Malta bereitgestellt. Das Ziel des Projektes war eine komplette Modernisierung der Überwachungstechnik des gesamten Trinkwassernetzwerks.
Zu diesem Zweck wurde ein Überwachungssystem entwickelt, welches speziell auf die regionale Anwendung angepasst ist. Die Anlage verfügt über Sensoren für die Messung von pH und Chlor, sowie für die Bestimmung der Temperatur und Durchflussrate. Vor allem für Malta gibt es eine Reihe von Gründen, welche die Überwachung dieser Parameter notwendig machen.

Die Messung des pH Wertes ist nicht nur zur Bestimmung der Wasserhärte von Bedeutung, sondern auch um potentielle toxische Metallkontaminationen zu verhindern. Säurehaltiges Wasser (pH <6.5) kann dazu führen, dass aus dem Leitungssystem Metallionen auslaugen, wie beispielsweise bei Blei-, Kupfer- oder Stahl-Rohren und Armaturen.
Aufgrund seiner mediterranen Lage bezieht das Land einen Großteil seines Wassers über Meerwasserentsalzung, welches eine Chlorung zur mikrobiologischen Desinfektion nötig macht. Um die Gesamtqualität des Trinkwassers und sichere Desinfektionsniveaus zu gewährleisten, bedarf es hierfür einer zuverlässigen Messung des Chlorgehaltes.
Auf Basis der Messergebnisse ist es möglich die Chlorkonzentration exakt zu dosieren. Gleichzeitig kann so die menschliche Belastung und der Einfluss auf den Geschmack des Trinkwassers minimiert werden.
Um die Genauigkeit des Systems zusätzlich sicherzustellen, wurden ebenfalls eine Temperatur- und Durchflussmessung in das Überwachungssystem integriert.

Allerdings kann das Ziel aussagekräftige Ergebnisse zu liefern nur durch eine flächendeckende Installation erreicht werden, welche das gesamte Rohrleitungssystem umfasst. Aus diesem Grund wurden 158 identische Messsysteme in Betrieb genommen. Die Installationsstandorte sind dabei über die gesamte Insel verteilt, um das Wasserversorgungsnetzwerk des Landes vollständig abzudecken.
Ein großer Vorteil dieser umfangreichen Installation ergibt sich aus der Vernetzung der Überwachungssysteme. Das Netzwerk erlaubt es einen Echtzeitüberblick über die landesweite Trinkwassersituation zu erhalten, welches ein effizientes Management der Ressource ermöglicht.

Das Überwachungssystem dieses Projektes nutzt den BlueSense Messumformer. Das Gerät ist ideal für die Aufgabe geeignet, da die Sensoren direkt angeschlossen werden. Des Weiteren ermöglicht der Aufbau die direkte Übertragung der aufgezeichneten Daten an die zugehörige Leitstelle über die enthaltene Modbus Schnittstelle. Dort können die relevanten Informationen jederzeit überprüft werden.
Die besondere Herausforderung des Projektes war es ein kostengünstiges und gleichzeitig modernes Trinkwasserüberwachungssystem zur Verfügung zustellen, welches für die örtlichen Anforderungen geeignet ist. Darüber hinaus spielte die Standzeit der Sensoren ebenfalls eine wichtige Rolle für diese Anwendung.